Termindiktatur? Oder alles im Griff? (2011)

Termindiktatur?  Oder alles im Griff? (2011)

Die Menschen machen immer die Umstände dafür verantwortlich, was sie sind. Ich glaube nicht an Umstände. Die Menschen, die vorangehen in dieser Welt, sind stets jene, die sich aufmachen und die Umstände suchen, die sie brauchen, und sie schaffen, wenn sie sie nicht finden können.“

George Bernard Shaw (1856-1950), ir. Schriftsteller

                       

Soziale Medien machen  es heutzutage noch einfacher, einen vollen Terminkalender zu haben. Mails, Twitter- Berichte, Status –Updates, Direktmails schicken und sich Arbeit verschaffen ist so einfach und  fragt wenig Zeit! Wie viele Kollegen lässt Du in Arbeit ertrinken ? Und was bekommst Du zurück ? Hast Du dich das schon mal gefragt? Ich glaube, dass wir uns  nun wirklich fragen müssen, warum wir das tun, und warum wir volle Terminkalender haben. Warum lassen wir es so weit kommen? Warum  pendeln wir von einer Besprechung zu einer anderen? Und warum  lesen und  beantworten wir treu alle Berichte? Sind volle Terminkalender und Termindruck ein Zeichen,  dass wir nötig sind?  Geben leere Terminkalender uns wenig Struktur in unserer Arbeitswoche? Oder vermitteln Sie uns ein ungemütliches Gefühl, wodurch wir sogar im Urlaub unsere Geschäftsmails lesen und beantworten? Was gibt Dir Bedeutung in  Deiner Arbeit?

Volle Terminkalender funktionieren in einer statischen Welt. Wenn Deine Kunden und Deine Umgebung unverändert  bleiben und die Geschäfte prima laufen, dann ist der volle Terminkalender kein Problem.  Anders wird es  in einer Welt, die täglichen Veränderungen unterliegt, und wenn Flexibilität erforderlich ist. Dann wird man von den Terminkalendern außer Spiel gesetzt.  Das  bedarf keiner Erklärung, dass ein Unternehmer, der  die neuen Chancen nutzen will, sich von Anfang an ausschaltet, wenn er in den kommenden drei Wochen  ausgebucht ist.

Mein Friseur hatte früher eine sehr praktische Lösung für volle Terminkalender. Die Lösung nenne ich  seitdem  „das Friseurmodell“.  Einerseits wollte er so viel wie möglich Termine, weil Termine nämlich mehr Umsatz bringen. Anderseits wollte er auch  Kundenwünsche, was Zeit betrifft, berücksichtigen. Was mein Friseur getan hat, war, mit vier Kunden  stündlich als Norm, zuerst stündlich Termine zu machen, danach halbstündlich. So konnte er  den halben Umsatz erzielen und den Kunden , die sich danach noch gemeldet haben,  praktisch unverzüglich helfen.

Was Du auch wählst, ein Friseurmodell oder eine andere Lösung, ist prima. Lass Dich aber nicht von Deinem Terminkalender steuern, wenn es Dich stört. Hör damit auf! Spiel das Spiel nach Deinen Regeln  ! Keine Termindiktatur mehr. Mach  Zeit frei ! Wenn jeder von uns den Mut hat, verschwinden bald die vollen Terminkalender, und dann sind wir mit dem   Neuen Arbeiten auf dem Weg von der Bürokratie zur Easycratie  und  machen wir unsere Arbeit viel interessanter. Kreier Deine eigene Zukunft !

3 Comments

  1. Dr. Martin Bartonitz April 28, 2012 10:05 pm  Reply

    Ja, da ist was dran mit dem “sich wichtig fühlen”. Ich habe das an mir in den letzten zwei Wochen bemerkt, denn ich hatte mir mal nicht so viele Termine aufgeladen. Aber am Ende war es gut. Ich habe mal wieder ein paar Dinge aufräumen und in Ruhe recherchieren können …

  2. Frans van der Reep April 29, 2012 9:46 am  Reply

    Sie sind ein Mensch, der negative Konsequenzen von Termindiktatur persoenlich erfahren hat und probiert, seinem eigenen Leben auf diese Weise mehr Flexibilitaet und Inhalt zu geben. Ich hoffe, dass mehrere Ihnen folgen werden indem sie ihr eigenes Leben kreieren werden und nicht das Leben, kreiert von unseren Terminkalendern, leben.
    Frans van der Reep

  3. Torsten Kelsch October 31, 2013 10:48 am  Reply

    Der Punkt mit den sogenannten sozialen Medien hat mich angesprochen. Ich habe diese und auch anderes stark eingeschränkt.

    Ich lasse mich eben nicht mehr über jeden Mist von Facebook benachrichtigen, sondern habe die E-Mail-Benachrichtigungen komplett abgeschaltet. Statt dessen schaue ich bei Facebook nur noch alle paar Tage vorbei, wenn ich gerade „Bock“ dazu habe. Dann arbeite ich das Wichtigste ab, lese aber nicht mehr die ganzen Postings von anderen genau durch. Wozu auch? Sehr vieles davon hat keine Relevanz für mein Leben oder mein Geschäft.

    Newsletter habe ich auch bis auf sehr wenige abbestellt. Ich muss nicht zigmal am Tag über Sonderangebote oder Upgrade-Möglichkeiten meiner Anwendungsprogramme benachrichtigt werden.

    Und ich gehe auch nicht ans Telefon oder Mobilfon, wenn ich dadurch von Aufgaben, in die ich vertieft bin, abgelenkt werden würde und ich mich wieder komplett neu eindenken müsste. Kunden oder Geschäftspartner rufen bestimmt erneut an, wenn es wirklich wichtig ist, oder ich rufe eben zurück, sobald es mir zeitlich besser passt.

    Also, machen Sie sich ruhig ein bisschen rar. Ich glaube, man wird „wichtiger“, wenn man eben nicht immerzu Zeit hat, Gespräche zu führen.

    Torsten Kelsch

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